unter Einbeziehung neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse

Teilnahmevoraussetzung: Osteopathie-Studierende sowie praktizierende Osteopathinnen und Osteopathen

Bei einer traditionellen, makroskopisch-funktionell ausgerichteten Betrachtungsweise des craniomandibulären Systems (CMS) steht meist das Kiefergelenk des adulten Menschen im Mittelpunkt, da es an der Ausführung der wichtigsten Funktionen unseres Gesamtorganismus beteiligt ist. Diese lassen sich in zwei große Gruppen untergliedern:
• mastikatorisch für die Nahrungsaufnahme, -zerkleinerung und -aufbereitung in schluckfähige Bissen
• sensitiv und sensorisch für Tast-, Druck-, Temperatur- und Geschmacksempfindungen

Im Hinblick auf die aktuelle osteopathische Praxis und den aktuellen Wissensstand in Anatomie und Physiologie ist es unseren beiden Referenten äußerst wichtig, einen großen Teil der Entwicklung des CMS von der Geburt bis zu den bleibenden Zähnen umfangreicher und intensiver darzulegen als in gängigen Lehrbüchern üblich. Daher finden Entwicklung und funktioneller Umbau von Viszero- und Neurocranium besondere Berücksichtigung. Während dieser Phase und darüber hinaus findet ein permanenter Lernprozess für das CMS statt, da wir lediglich mit einem Saugreflex geboren werden. Das aktive Zerkleinern der Nahrung wird erlernt und in das motorische System engrammiert. Unter Einschluss der o. g. Fakten hat sich in den letzten 20-30 Jahren durch viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt, dass unser craniomandibuläres System unbedingt in einem größeren Zusammenhang gesehen werden muss.

Für die mechanisch korrekte Bewältigung der Mastikation bedarf es einer mehrstufigen, äußerst sensitiven zentralnervösen Steuerung. Diese besteht aus der Kontrolle der Durchführung und deren direkter Korrektur bei Abweichungen vom Bewegungsmuster. Hierfür benötigt es den ständigen Zufluss von zahlreichen sensitiven und sensorischen Informationen aus dem gesamten Bereich des Viscerocraniums und des postcraniellen Systems. Wegen dieser Abläufe wird der Mastikation und dessen Genauigkeitsgrad in der Umsetzung besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt, da er zu einem der präzisesten Vorgänge in unserer gesamten Motorik gehört. In diesem Zusammenhang muss auch auf den biologisch elementaren Aspekt der Homöostase hingewiesen werden.

Die oben geschilderten Vorgänge unterliegen ihrerseits der permanenten Analyse durch den Hypothalamus, der bidirektional mit allen beteiligten motorischen Zentren des Kortex zusammenarbeitet. Letztendlich ergibt sich zusammenfassend, dass der Hypothalamus in eine strenge hierarchische nervale Ordnung eingebunden ist, denn nach aktuellen Erkenntnissen wird dessen funktionell übergeordnete nervale Struktur durch das Limbische System repräsentiert. Als funktionelle Endstrecken für die Übermittlung von Anweisungen an unsere Organsysteme benutzt der Hypothalamus letztendlich je nach Notwendigkeit die peripheren Bahnen des Parasympathischen bzw. des Sympathischen Nervensystems.

Dozent/in: Gudrun Schaffron, Vorstandsvorsitzende der DAOM® / Prof. Dr. Rainer Breul D.O. h.c.

Kurszeiten: Fr und Sa 9.00–17.30 Uhr (16 UE)

Gebühr: 495,00 € (DAOM-Mitglieder: 470,00 €)

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